Erhard Busek Würdigungspreis.

Projektbescheibung.



Der diesjährige Dr. Erhard Busek Würdigungspreis für interkulturelle Zusammenarbeit in Südosteuropa wurde dem Projekt 'Unschuldige Gesten' von Michael Manfé, Thomas Grundigg und Julian Stadon zugesprochen.



Unschuldige Gesten

Ausgangspunkte
 

Mit dem Beschuss der Vijećnica (Nationalbibliothek) ist 1992 in Sarajevo ein empfindlicher Teil des kulturellen Archivs vernichtet worden. 100 Jahre nach der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts steht die Wiedereröffnung des renovierten Gebäudes an und wir sehen die Frage nach dem Inhalt dieses Gedächtnisses und damit nach der nationalen Erzählung und Zukunft von Bosnien Herzegowina  als Herausforderung für die europäische Gemeinschaft. Gerade weil jüngst (im Februar 2014) auch das bedeutende Staatsarchiv bei sozialen Unruhen unwiederbringlich zerstört wurde ist die Frage nachhaltiger Konservierung des kulturellen Erbes – die aus Geldmangel oft nicht mit zeitgemäßen Mitteln bewerkstelligt werden kann – nach wie vor aktuell.

Seit zwei Jahren ist die FH-Salzburg durch den Studiengang MultiMediaArt mit der Universität Sarajevo eng verbunden. Neben Wissenstransfer und interkulturellem Austausch haben sich auch Verbindungen in die jeweiligen lokalen Künsterlnnen-Szenen ergeben. 2015 jährt sich auch der bislang letzte Massen-Genozid (Srebreniza,1995) in Europa. Kein Grund also nach „100 Jahre Attentat“ in Sarajevo wieder zur Tagesordnung überzugehen. Da unsere Bemühungen um langfristige Zusammenarbeit auf Institutioneller Ebene mittlerweile auf festem Grund stehen, möchten wir gemeinsam mit KünstlerInnen aus Sarajevo ein Zeichen setzen das für Zusammenarbeit und Gedenken steht.


Unschuldige Gesten – das Projektvorhaben

Das Projekt Unschuldige Gesten thematisiert aktive Friedensarbeit und greift hierzu die Möglichkeit der kollektiven Konstruktion eines kulturellen Archives auf. Ausgangspunkt ist dabei das im Februar 2014 bei Ausschreitungen zerstörten Staatsarchivs in Sarajevo.
Sarajevo hat mit dem Historischen Museum bereits gezeigt, dass musealer Raum nicht kuratorischer Instanzen bedarf und von der Bevölkerung realisiert werden kann. Diese Positivität wird aufgegriffen und über ein verbindendes telematisches Environment, mit dem zweiten Bezugspunkt Salzburg, ein Online-Archiv der kulturellen Identität generiert.

Es handelt sich dabei um eine Kunst-Installation bei der die AkteureInnen über eine virtuelle Schnittstelle Kontakt aufnehmen und damit am Aufbau des kulturellen Gedächtnisses und dem gemeinsamen europäischen Friedens-Narrativ teilhaben und die „europäische Erzählung“ als eine gemeinsame erleben. Je nach Datenlage werden auch andere Archive (als Bezugspunkte) eingebunden und somit auch für die Bedeutung von Archiven für die Konstitution von kulturellen Identitäten sensibilisiert.

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